Themen der einzelnen BGT-Kurstage

1. Kurstag: Wir zeichnen uns als Baum
Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen der "Ganzheitlichen Bild-, Gestalt- und Traumatherapie" erspüren wir in Paararbeit, wie sich unsere Wahrnehmung und unser Einfühlungsvermögen ändert, wenn wir unser Gegenüber nicht nur mit dem „Kopf, sondern auch mit unserem „Herzen“ wahrnehmen. Anschließend lassen wir uns in einer gelenkten Meditation an einen Ort der Heilung führen, den wir mit Farbstiften malen und uns von dort zu einer Wiese begeben mit einem Baum - unserem Baum. In Paararbeit spüren wir hinein in die Krone, den Stamm, die Wurzeln und die sie umgebende Erde mit der Standardfrage: „Was bräuchte der Baum, damit es ihm besser geht.“

2. Kurstag: Wir zeichnen eins unserer inneren Kinder als Blume"
Ähnlich wie am ersten Kurstag begeben wir uns wieder an unseren Ort der Heilung und von dort dann auf eine Wiese mit vielen Blumen. Jede dieser Blumen symbolisiert eins unserer inneren Kinder. Eine Blume zieht uns besonders an, um sie werden wir uns zusammen mit unserem Gegenüber als "Therapeut" heute kümmern mit dem Ziel, dass es unserer "Kind-Blume" im Verlauf der Sitzung besser und besser geht.

3. Kurstag: Die Verarbeitung einer erinnerbaren belastenden Situation aus der Kindheit
Am 3. Kurstag erinnern wir uns an eine schwierige Situation aus der Kindheit, zeichnen uns darin als Strichmännchen und versuchen, den im Schock weggegangenen Seelenanteil in unser „Ich“ zu integrieren. Dazu benötigen wir oft die Hilfe von “Helfern”, z.B. unser Ich von heute, eine Person, die sich besonders um uns gekümmert hat, eventuell auch die kosmische Energie der Heilung. Oft ist es in diesem Zusammenhang sinnvoll, der “Seele” des Kindes zu zeigen, was es in diesem Leben alles geschafft hat. In der Regel kommt es bei dieser Art von Verarbeitung zu einer Abfolge von Bildern, die sich mehr und mehr zum Positiven verändern und den Betroffenen das Gefühl geben: “Es war schwierig, aber es ist heute vorbei.”

4. Kurstag: Die Verarbeitung von nicht erinnerbaren belastenden Situationen aus der Kindheit
Die bisher erlernten Techniken helfen uns am 4. Kurstag, bei dem es darum geht, nicht erinnerbare, oft traumatische Erlebnisse aus der Kindheit aufzuspüren und ähnlich wie am 3. Kurstag zu verarbeiten. - Um den Zugang zu weit zurückliegenden Erinnerungen zu finden, stellen wir uns eine schwierige Situation von heute vor, skizzieren sie mit Hilfe von Strichmännchen und malen unsere Gefühle von Angst, Wut oder Trauer farbig hinein. Dann stellen wir uns vor, dass sich diese Gefühle zu einer farbigen Kugel formen, die wir auf einem Zeitstrahl in die Vergangenheit rollen lassen: bis in die frühe Kindheit, die ersten Wochen nach der Geburt, die Geburt selbst oder auch belastende Erlebnisse im Mutterleib. Bei der Verarbeitung derart weit zurückliegender Ereignisse ist es wichtig zu erkennen, wo damals die Lebensenergie (die "Seele") und der liebende, fühlende Anteil unseres Wesens (das "Herz") hingegangen sind. Ziel der Therapie ist es, es den "weggegangenen Seelenanteilen" zu ermöglichen, zum Kind von damals zurückzukehren, so dass sie dann in unser Ich von heute integriert werden können.

5. Kurstag: Beziehungsprobleme
Am heutigen Kurstag konzentrieren wir uns auf das Thema Beziehungen: Probleme mit dem Partner, mit dem Vater, der Mutter, mit Sohn oder Tochter haben oft mit Erlebnissen aus der Kindheit zu tun. Mit Hilfe diverser imaginativer Techniken versuchen wir, die unbewussten Erinnerungen ins Bewusstsein zu heben und mit den uns bekannten Techniken zu verarbeiten.

6. Kurstag: Systemische Familienarbeit
Im Zusammenhang mit Beziehungsproblemen ist es oft sinnvoll, unsere BGT mit Techniken der systemischen Familientherapie zu verbinden: Über das Malen kann jeder Teilnehmer seine Familie „aufstellen“, Belastungen an die Verantwortlichen zurückgeben und auf diese Weise Heilung für sich und das System Familie erfahren.

7. Kurstag: Das „Seelenhaus“ als Rückgeh- und Distanzierungstechnik
Wir stellen wir uns vor, dass unser Energiefeld sich in ein Haus verwandelt, unser "Seelenhaus", das wir mit unserem Ich von heute zeichnen. Von einem aktuellen Problem ausgehend versuchen wir anschließend wahrzunehmen, wo der hierbei aktivierte Kindanteil sich in unserem Seelenhaus befindet und bitten ihn, sich nach nach draußen - in die Vergangenheit - zu begeben, wo wir aus der Distanz die belastende Situation leichter betrachten können und mit den bis jetzt erlernten Techniken zu verarbeiten versuchen.

8. Kurstag: "Wohin führen die Wurzeln meines Baums?"
Am 8. Kurstag zeichnen wir uns -ähnlich wie zu Beginn der Ausbildung - als Baum, diesmal jedoch mit dem Ziel, über die Wurzeln dorthin zu gelangen, wo die Lebenskraft blockiert ist. Meist landen wir hierbei in in frühen Phasen unserer Entwicklung, deren Verarbeitung dazu führt, dass blockierte Energien wieder in Fluss kommen, so dass unser Baum am Ende der Sitzung kraftvoll und harmonisch in der Landschaft steht.

9. Kurstag: Körpersymptome und Psychosomatik
Über ein häufig auftretendes Körpersymptom (z.B. Schmerz, Schwindel, Zittern, Herzrasen, Schluckbeschwerden, Atemnot etc.) lassen wir uns mit Hilfe der “zurückrollenden farbigen Kugel” dorthin führen, wo das Symptom zum 1. Mal entstanden ist: in der frühen Kindheit? Im Babyalter? Bei der Geburt? Oder gar im Mutterleib? Wir malen die meist traumatische Situation, spüren mit der Hand hinein und versuchen, die Informationen, die der Körper gespeichert hat, ganzheitlich zu verarbeiten.

10. Kurstag: Die therapeutische Arbeit mit Träumen
Die Techniken der Bild- und Gestalttherapie eignen sich sehr gut, um die Botschaft eines Traums nicht nur zu verstehen, sondern auch die symbolhaft eingekleideten belastenden Erinnerungen aufzudecken und zu verarbeiten. - In einem ersten Schritt zeichnen wir die zentrale Szene unseres Traums und legen dann die Hand auf den Teil des Bildes, der uns am meisten anzieht. Wir erspüren, wie es uns in dem Traum geht und lassen uns in einer Art “Affektbrücke” zurücktragen in eine oder mehrere Situationen, die im Zusammenhang mit dem Traum in uns auftauchen. Wir verarbeiten die Erinnerung, die uns am belastendsten erscheint und kehren zum Abschluss zu unserem Traum von heute zurück, der sich in unserer Vorstellung meist so verändert hat, dass wir ihn neu zeichnen und als Heilbild mit nach Hause nehmen.

11. Kurstag: Supervisions- und Übungstag
Um das bisher Erlernte praktisch anzuwenden, berichtet der “Klient” von einem Problem, das er gerne bearbeiten möchte. Der “Therapeut” sucht sich aus den bisher gelernten Techniken wie aus einem “Werkzeugkasten” die Technik oder Vorgehensweise aus, mit der er dem Klienten am besten helfen kann.

12. Kurstag: Stabilisierungs- und Ressourcentechniken
Bei einer bevorstehenden Prüfung, einem wichtigen Gespräch oder einer anstehenden Entscheidung ist es oft nicht möglich, in mehreren Sitzungen das Grundproblem zu verarbeiten. Stattdessen hat es sich als hilfreich erweisen, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten ("Ressourcen") zu aktivieren oder sich in einer kritischen Situation einen "Helfer" zu holen, der genau jene Eigenschaften verkörpert, die wir augenblicklich brauchen: Wissen zum Beispiel, oder Selbstsicherheit, Durchsetzungsvermögen, Kompetenz, Gelassenheit etc.. Zum Abschluss malen wir ein neues Bild von uns und unserem Helfer in der vor uns liegenden Situation. In der Regel verändert sich eine Menge an dem Ausgangsbild, so dass es meist günstig ist, das veränderte Bild neu zu zeichnen, es als Heilbild mehrmals vor das "innere Auge" zu holen und vor der anstehenden schwierigen Situation in Abständen bewusst zu aktivieren.