7. Kurstag: Das "Seelenhaus" als Rückgeh- und Distanzierungstechnik

Wir gehen davon aus, dass unser Körper durch unsere Seelenenergie belebt ist, die - genau wie die Zellen unseres Körpers - alles Erlebte in sich speichert. Oftmals erinnern wir uns nicht mehr an das Erlebte, dennoch leben die inneren Kinder, die Schlimmes erlebt haben, bis heute in unserem “Seelenhaus” und beeinflussen unser Leben, obwohl das, was geschehen ist, längst vergangen ist. Die Folge: wir reagieren als Erwachsene wie das Kind von damals - ohne zu erkennen, warum wir uns auf eine Weise verhalten, die wir uns nicht erklären können.

In unserer Therapie nutzen wir die in unserer Seele gespeicherten Erinnerungen, um – ausgehend von einem aktuellen Problem – jenen Kindanteil in unserem Seelenhaus zu finden, der in bestimmten Situationen auf eine Weise reagiert, die wir uns nicht erklären können. Um dem Klienten klar zu machen, dass in der aktu¬ellen Situation nicht sein Erwachsenen-Ich reagiert, sondern ein belasteter Kindanteil aus längst vergangener Zeit, bitten wir das innere Kind, das „Seelenhaus“ zu verlassen. D.h., das Kind begibt sich nach “draußen”, damit wir aus der Distanz klarer erkennen, welche Situationen der Vergangenheit das Kind belasten und wie wir diesem Kind besser helfen können. Im Laufe der Verarbeitung mit BGT und EMDR geht es dem Kind “außerhalb” in der Regel besser und besser, so dass wir zum Abschluss der Sitzung einen gestärkten, lebendigen Kindanteil wieder in das Seelenhaus hereinbitten können.